Einstieg in die Stangenarbeit - wie Stangengefühl verbessern - Ziel Cavaletti Arbeit

  • Hallo Zusammen,


    hier gibts doch sicher Reiter (gern auch aus dem Westernbereich), die öfters Stangenarbeit machen.

    Wie habt ihr begonnen eure Pferde an die Stangen bzw das korrekte Überwinden zu gewöhnen?

    Angst hat Tano sicher nicht - denn die kennt er kaum. Aaaaaaber ihm ists völlig egal, wenn er die Stangen berührt.

    Somit touchiert er ca 60 % der Stangen.


    Dann mal wie ich angefangen habe.

    Erstmal vom Boden mit einer Stange. Die Beschnuppern und dann drüber. Dann immer geradeaus mit ausreichend langer Anlaufzeit geführt darauf zu.

    Dann irgendwann an der Longe und geritten. Auch üben wir das einzel über die Stange steigen. Also jeder Fuß nacheinander mit Pausen.

    Vom Gefühl wirds besser, aber idR schlurft irgendein Hinterbein immer und die Stangen werden touchiert....


    Was kann ich denn noch verbessern?


    Über 4 Stangen am Stück kommt er relativ gut drüber. Inzwischen mess ich sogar mit dem Meterstab ab, damit die Abstände wirklich genau sind?


    Ist es sinnvoll erst nur mit einer Stange zu üben und dann Reihen zu nehmen? Erhöht oder nicht tut ihm nicht so viel. Aber ists sinnvoll immer zu erhöhen um mehr Aufmerksamkeit zu bekommen? Ab wann kann ich auch aus gebogener Linie mal über eine Stange?


    Eigentlich hab ich bisher für meinen alten Hafi früher gerne zb ein Dreieck aus Stangen aufgebaut und das dann in verschiedenen Kombinationen angeritten.

    Aber gebogen und mit verschiedenen Abständen scheints ja noch schwieriger zu sein.


    Mein Gefühl ist, dass er Stangen nicht ernst nimmt - wenn ich über die Baumstämme auf dem Paddock longiere hebt er die Füße besser.

    Leider hab ich noch keine Möglichkeit einen Vielseitigkeitslehrgang zu besuchen - denn da sollte er ja mindestens Cavaletti springen können....


    Der Versuch an der Longe übers Cavaletti zu springen geht, aber so gut siehts auch nicht aus. Freispringen dürfen wir leider nicht machen....


    Nach den Sommerferien kann ich mich eventuell mal am Springtraining beteiligen - bisher wusste ich gar nicht, dass es das am Stall gibt ;)


    Die ganzen "Probleme" hatte ich mit Nicki nicht - er hatte eher Angst, dass die Stangen ins Rollen kommt und ihn beißt.


    Achso, beim Extreme Trail war er wesentlich "koordinierter" wie bei einzelnen Stangen daheim - aber die Möglichkeit hab ich ja nicht regelmäßig



    Ich bin gespannt auf eure Ideen.

  • Hallo!

    Ich liebe Stangenarbeit und nehme sie oft ins Training auf. Die Abstände messe ich auch genau ab. Wenn dein Pferd zu viel Kleinholz macht, dann erhöhe eine Einzelstange. Wichtig ist, denn Takt vorher zu zählen und dein Pferd rechtzeitig aufzunehmen. Kurz vor den Stangen lasse ich mein Pferd raus und lasse es alleine machen.

    Niemals am Hindernis strafen. Wenn dein Pferd es richtig macht, loben wie verrückt und die Stangenarbeit beenden.

    Ich mach Stangenarbeit hauptsächlich unter dem Sattel, seltener am Boden, nie an der Longe.

    Viel Erfolg!

  • Was mir dazu nur zusätzlich einfällt - die Unterstützung durch den Menschen von unten ist teilweise enorm wichtig. Ich habe im Moment eine Einzelstange (aus Schaumstoff, Dualgasse, also nicht fest) liegen, mit der sich meine beiden schwer tun. Im Trab klappt’s noch zumeist, im Galopp muss ich an der Longe auch zurück nehmen und den genauen Absprungpunkt anblicken und denken, dann kommen sie im Normalfall passend. Trabstangen hingegen können beide gut. In-outs klappen wenn der Abstand stimmt auch, bei Einzelsprüngen muss ich auch mit arbeiten wenn wir sie an der Longe haben. Zum Aufmerksamkeit erhöhen hilft bei meinen immer ein „Pass auf“ und eine Hilfe.


    Vor ein paar Wochen habe ich das erste Mal die Hafistute meiner Freundin longiert und vorher hat sie sie selbst longiert. Bei ihr hat sie jedes Mal mit mindestens einem Huf angeeckt, bei mir hat sie es dann auch mal ohne anecken geschafft - wichtig war hier mittig anpeilen, Tempo raus, sie „vorwarnen“, dass da was kommt und so ihre Aufmerksamkeit holen und dann hat sie sich mehr darauf konzentriert und es klappte.

    "Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast."
    "Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar." Antoine de Saint Exupéry

  • Reagiert er denn schon prompt auf den Schenkel?

    Winnie "schlurft" nur manchmal wenn er seinen Hintern noch in der Box vergessen hat :chch:

    Wenn ich dann, sobald er touchiert leichten Druck mit dem Schenkel gebe, dann hebt er beim nächsten (oder spätestens übernächsten) Mal besser die Füße. Dann wird er dafür gelobt und auf einmal geht es ohne zusätzliches bitten :)